Ein Spiel beschäftigt mich in der Regel mehrere Tage. Ähnlich wie bei einer spannenden Fernsehserie kann ich es kaum erwarten, mich am nächsten Tag vor dem Bildschirm zurückzulehnen und weiter zu spielen. Demgegenüber stehen Titel, die in einem Anlauf durchgespielt und mit einem Spielfilm verglichen werden können. Schlechte Filme geraten schnell in Vergessenheit, während Blockbuster noch lange Zeit in Erinnerung bleiben und für Gesprächsstoff sorgen. Im Fall von The Gardens Between sind dies die herzlichen Interaktionen, die sich zwischen den besten Freunden Arina und Frendt in einer surrealen Umgebung abspielen. Der Titel kann als kurz, aber zauberhaft süss bezeichnet werden.

Die Geschichte beginnt in einer dunklen und stürmischen Nacht. Um dem Regen zu entkommen, verkriechen sich die beiden Freunde in ihr gemütliches Baumhaus. Sie lauschen dem Klopfen der Regentropfen sowie dem Peitschen des Windes zu. Doch ein plötzlicher Blitzschlag beschert ihnen eine Leuchtkugel und damit einige Fragezeichen. Sie können der Versuchung nicht widerstehen, das unbekannte Objekt zu berühren.

The Gardens Between Screenshot 1
The Gardens Between Screenshot 1

Und damit beginnt das eigentliche Abenteuer: Arina und Frendt werden in eine imaginäre Umgebung teleportiert, die von viel Wasser umgeben ist. Mit ihrem Baumhaus gelangen sie von einer Insel zur nächsten. Und jede Insel hält einige ihrer Erinnerungen parat. Damit verbundene Objekte erscheinen als überdimensionale Hindernisse oder Strukturen und manchmal auch als Mechanismen zur Lösung von Rätseln. So begegnen die Protagonisten beispielsweise die erste PlayStation aus dem Jahr 1994, ein Röhrenfernseher samt Drehschalter sowie Videorekorder mit passender Kassette. Auf jeder Insel müssen sie einen vorgegebenen Weg durchlaufen und an dessen Ende eine Lichtkugel deponieren. Damit wird am Nachthimmel die Erinnerung der Freunde als Sternbild verewigt.

The Gardens Between Screenshot 2
The Gardens Between Screenshot 2

Das besondere an The Gardens Between ist das Spielprinzip. Statt die Charaktere zu bewegen, steuert ihr die Zeit. Ihr könnt die Zeit zurück oder vorwärts spulen und die Freunde werden immer denselben Weg in gleicher Weise durchlaufen. Sie verfügen über eigene Fähigkeiten: der eine kann eine Lampe tragen, um die Lichtkugel zu transportieren, und der andere kann Schalter aktivieren, die Elemente in Bewegung setzen.

Einige Rätsel sind schnell gelöst. Für andere ist Geduld gefragt. In praktisch jedem Fall stehen die notwendigen Hinweise direkt vor den Augen. Das hin- und her bewegen der Zeit und die genaue Beobachtung, wie sich die Dinge ändern, ist eigentlich alles was benötigt wird, um die Lösung abzuleiten. Einige Objekte können frei von der Zeit manipuliert werden. In den meisten Fällen führen genau sie zum Erfolg.

The Gardens Between Screenshot 3
The Gardens Between Screenshot 3

Die Welt, die durchforscht wird, ist voller kreativer Gedanken und magischer Momente. Obwohl der Schwierigkeitsgrad auch für Gelegenheitsspieler keine Probleme darstellen dürfte, können einige Rätsel für längeres Grübeln sorgen. Trotzdem entsteht zum keinen Zeitpunkt Frust. Dies liegt vor allem in der zauberhaften und süssen Inszenierung des Spiels. Auch die starke Bindung zwischen den beiden Freunden wurde hervorragend vermittelt. Angefangen von der Art und Weise, wie sie sich ansehen, während sich ihre Wege kreuzen, bis hin zu den bezaubernden Gesten, mit denen sie hilfreiche Objekte aus der Ferne aufzeigen. Zu der ausgezeichneten Atmosphäre trägt auch die äusserst angenehme Ambiente-Musik bei, die durch Tim Shiel komponiert wurde.

Fazit

The Gardens Between beeindruckt durch ein gelungenes Spielprinzip sowie hervorragende Inszenierung. Die Spielzeit ist etwas kurz ausgefallen: nach ungefähr zwei bis drei Stunden ist das Abenteuer durchgespielt. Doch das Schöne an dieser Tatsache ist, dass die Geschichte der beiden Freunde in einem Anlauf erlebt werden kann.

The Gardens Between kann im Mac App Store sowie Steam bezogen werden.

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