ScreenFlow gehört zu den populärsten Mac-Anwendung für Bildschirmaufnahmen und Videobearbeitung. Die Anwendung zeichnet sich unter anderem durch intuitive Bedienung und umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten aus. Die aktuelle Version 8 hat das Entwicklerteam Telestream mit Stilen, Vorlagen, Vorschaubildern sowie Stock Medienbibliothek aufgewertet.

Erleichterter Einstieg

macOS bietet von Grund auf Werkzeuge an, mit denen das Bildschirmgeschehen aufgenommen und bearbeitet werden kann. Für sporadischen und einfachen Einsatz dürften diese Möglichkeiten den meisten Benutzern ausreichen. Für anspruchsvolle Vorhaben wie Screencasts oder Video-Tutorials ist hingegen der Einsatz von den darauf ausgerichteten Anwendungen zu empfehlen. ScreenFlow ist eine dieser Apps, die neben erweiterten Aufnahmeoptionen vor allem auch umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten bietet. Die Anwendung ist unter anderem für Lehrkräfte, Vlogger oder Entwicklerstudios interessant, die ihre Apps mit Videos erläutern wollen.

Eine neue Anwendung von Grund auf zu erlernen kann sehr viel Zeit und Geduld in Anspruch nehmen. Telestream erleichterte mir den Einstieg mit einer umfangreichen Sammlung an Video-Anleitungen und abrufbaren Web-Seminaren, die ich auf ihrer Webseite fand. Darin erläutert ScreenFlow Product Evangelist Lucas Bischofberger auf eine angenehme und lockere Art, wie ich die vielen Funktionen und damit verknüpften Optionen optimal in eigene Videos einsetzen kann.

macOS und iOS Bildschirmaufnahme

ScreenFlow ermöglicht den Bildschirminhalt eines Mac-Desktops sowie eine iOS Gerätes aufzunehmen. Neben dem Bildschirmgeschehen kann die Anwendung gleichzeitig das Bild einer Kamera sowie Ton eines Mikrofons der Aufnahmen hinzufügen. Hierbei kann auf externe sowie interne Quellen, wie beispielsweise die FaceTime Kamera, zugegriffen werden. Das Bildschirmgeschehen lässt sich dank dieser Möglichkeit in Echtzeit audiovisuell kommentieren.

Alle Einstellungen können bequem zu Beginn des Aufnahmeprozesses in einem Dialogfeld festgelegt werden. Das dunkle Fenster wurde übersichtlich gehalten und lässt grundsätzlich keine Fehlgriffe zu. In einem weiteren Schritt können spezifische Einstellungen vorgenommen werden, wie zum Beispiel das Festlegen der Zeitleisten-Bildrate.

Der Start einer Aufnahme erfolgt durch das Betätigen des markanten roten Punktes in der Fenstermitte. Zur Auswahl steht der gesamte Bildschirm oder nur ein Bereich, der durch ein Rechteck markiert wird. Sobald alles eingerichtet ist, wird der Aufnahmebeginn durch einen kurzen Countdown von fünf Sekunden eingeleitet. Beendet wird der Aufnahmeprozess durch das Betätigen des ScreenFlow-Symbols in der Menüleiste oder mittels einem Tastaturkurzbefehl.

Bearbeitung und Zeitachse

Die erfolgte Aufnahme wird automatisch in den übersichtlichen ScreenFlow Editor übernommen. Die dunkle Benutzeroberfläche gefiel mir auf Anhieb. Sie wirkt äusserst schlicht und ist hervorragend an das macOS Erscheinungsbild abgestimmt. Ähnlich wie bei Apples iMovie ist im unteren Bereich die Zeitachse zu finden. Das Bild des bearbeitenden Videos dominiert die Arbeitsfläche. Rechts davon befindet sich die Werkzeugleiste, die eine umfangreiche Sammlung an Bearbeitungsfunktionen bereithält. Und die haben es in sich.

Die Funktionen wurden in acht Register eingeordnet, die mit eindeutigen Symbolen gekennzeichnet sind. Neben den grundlegenden Schnitt- und Mischoptionen setzt die Anwendung den Fokus auf Werkzeuge, mit denen das Geschehen in Videos verdeutlicht und kommentiert werden kann. So lassen sich beispielsweise Mauszeiger hervorheben, Bildschirmausschnitte vergrössern oder Anmerkungen hinzufügen. Und jedes Werkzeug hält weitere Optionen bereit, mit denen die Effekte verfeinert werden können.

Die Medienbibliothek wurde als neunte Registerkarte auf der Seitenleiste untergebracht. Sie beinhaltet alle importierten Videos, Audiodateien, die in iTunes oder anderem Ordner ausgewählt wurden sowie eine Kopie der Bildschirmaufnahme. Weitere Dateien lassen sich über das Pluszeichen übernehmen.

Die meisten Bearbeitungsoptionen können der Zeitachse als Kacheln hinzugefügt werden. Die Kacheln lassen sich durch einfaches Verschieben neu anordnen und mit einem Mausklick über die Seitenleiste anpassen. Die ScreenFlow-Zeitachse funktioniert in Schichten. Überlappen sich mehrere Elemente, so decken die oberen Schichten die darunterliegenden ab. Auch die Elemente lassen sich mühelos auf der Zeitachse zu der gewünschten Position verschieben. Die Zeitachse verfügt über eine Snap-Funktion, mit der Blöcke direkt nebeneinander angeordnet und somit versehentliche Lücken vermieden werden können.

Neuerungen in der Version 8

Mit der Version 8 ermöglicht ScreenFlow eigene Vorlagen zu erstellen, die mit Platzaltern versehen sind. Die Vorlagen können beispielsweise für Tutorials oder Video-Serien eingesetzt werden, die identische Szenen wie Intro und Outro beinhalten. So kann der eigentliche Inhalt bequem hinzugefügt werden, ohne dabei Zeit für die wiederkehrenden Sequenzen aufwenden zu müssen.

Auch die neue Funktion Styles widmet sich der effizienteren Nutzung der Anwendung. So können bestimmte Parameter wie Skalierung, Kameraposition, Filter, Rotation und mehr eingestellt, abgespeichert und bei Bedarf wieder aufgerufen werden.

Die neue Stock Media Library in ScreenFlow 8 ermöglicht Zugriff auf über 500’000 Medien wie Bilder, Audiovorlagen sowie Videoclips, mit denen sich eigene Videos aufwerten lassen. Der Zugang zu dieser Mediathek kostet jährlich 60 Dollar und soll laut den Entwicklern eine günstigere Alternative zu anderen Anbietern sein, die für vergleichbaren Dienst mehrere hundert Dollar verlangen.

Exportieren und Veröffentlichen

Ein fertiggestelltes Video kann im MP4 oder MOV Format exportiert werden. Vor dem Export lassen sich einige Parameter setzen, die unter anderem Einfluss auf die Bildqualität und Dateigrösse haben. So stehen beispielsweise Optionen für die Auflösung, die Bild- und Datenrate sowie die Audio-Abtastrate zur Verfügung. Darüber hinaus können Kapitelmarkierungen hinterlegt werden, die beispielsweise beim Betrachten im QuickTime Player ausgewählt werden können. ScreenFlow bietet ebenfalls die Möglichkeit an, das Video direkt auf Plattformen wie YouTube und Vimeo hochzuladen. Ebenfalls unterstützt wird das direkte Veröffentlichen auf Facebook, Google Drive, Dropbox, Wistia, Box und Imgur.

Fazit

ScreenFlow 8 ist eine überragende Anwendung für Bildschirmaufnahmen und Videobearbeitung. Die Benutzeroberfläche besticht durch schlichtes Design und ein an macOS hervorragend abgestimmtes Erscheinungsbild. Dank der intuitiven Bedienung können die Clips und Effekte innerhalb kurzer Zeit perfekt in Szene gesetzt werden. Ich kann die Anwendung allen empfehlen, die mehr aus ihren Bildschirmaufnahmen herausholen wollen.

Die Anwendung kann vom Mac App Store oder direkt von der Webseite des Entwicklerteams Telestream bezogen werden.

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