Blog-Plattformen wie WordPress oder Tumblr bieten webbasierte Oberflächen an, die unter anderem das Erstellen sowie Verwalten von Beiträgen ermöglichen. Wie die meisten Web-Dienste können auch diese system- und standortunabhängig erreicht werden. Doch das Verfassen von Blog-Artikeln im Browser birgt auch einige Schwierigkeiten. Beispielsweise ist die Leistung von der verfügbaren Internetgeschwindigkeit sowie Server-Antwortzeiten abhängig. MarsEdit ist ein Blog-Editor, der bequeme offline Bearbeitung von Beiträgen mit den Vorteilen einer Desktop-Anwendung ermöglicht. Die kürzlich veröffentlichte Version MarsEdit 4 bringt gegenüber den Vorgängerversionen unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche, neue Optionen für WordPress-Beiträge sowie erweiterte Blog-Archivierung.

Klassische Benutzeroberfläche

MarsEdit 4 unterstützt die Blog-Plattformen WordPress, Blogger, Tumblr, TypePad sowie Movable Type. Ebenfalls unterstützt werden Blogs, die über eine MetaWeblog- oder AtomPub Schnittstelle verfügen. Für den Test verknüpfte ich die Anwendung mit meinem Blog, der auf WordPress basiert. Nachdem ich MarsEdit 4 zum ersten Mal startete, wurde ich aufgefordert, die Blog-Anmeldeinformationen zu erfassen. Eine Notiz machte mich darauf aufmerksam, dass die Login-Daten sicher im macOS Schlüsselbund gespeichert und weder mit anderen Geräten noch anderen Servern synchronisiert werden. Danach begann MarsEdit 4 den gesamten Inhalt meines Blogs lokal auf den Mac herunterzuladen.

Falls ihr das klassische Layout der macOS Mail App kennt oder nutzt, so dürfte euch das Layout der Benutzeroberfläche vertraut vorkommen. In der linken Seitenleiste führt die Anwendung die verknüpften Blogs und deren Seiten auf, die Beiträge werden in der Listenansicht aufgezeigt und unterhalb deren Vorschau. Eine schlichte Werkzeugleiste im oberen Bereich des Editors beherbergt die wichtigsten Funktionen.

MarsEdit 4 – Benutzeroberfläche

Beiträge verfassen

Das Verfassen eines neuen Blog-Beitrags mit MarsEdit 4 gestaltet sich so einfach wie das Verfassen einer E-Mail Nachricht. Durch das Anklicken der Schaltfläche „Create a new post“ in der Werkzeugleiste wird der Beitragseditor geöffnet. Neben dem Titel sowie eigentlichem Inhalt lassen sich im neuen Fenster Tags, Kategorien sowie Status verfassen respektive festlegen. Mit der neuen Version kann das Beitragsbild ausgewählt sowie der Textinhalt mit Schriftauszeichnungen wie Fett, Kursivschrift und Unterstreichung versehen werden. Ebenfalls neu ist die Option für die Schreibmaschinenansicht, die den Text während der Eingabe in der Mitte des Editors festhält und vor allem bei längeren Beiträgen angenehm wirkt. Die Anwendung ermöglicht den Beitrag neben dem Rich-Text-Modus auch in HTML oder Markdown zu verfassen.

MarsEdit 4 - Editor
MarsEdit 4 – Editor

Über den MarsEdit Media Manager können dem Beitrag Bilder hinzugefügt werden. Nach der getroffenen Auswahl lässt sich die Bildgrösse, Bildausrichtung sowie Datei- und alternative Bezeichnung festlegen. Darüber hinaus kann mit der „Treat as Retina image“ Funktion die Auflösung der Bilder für Retina-Bildschirme gesteuert werden. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, müssen hierfür die Bilder in doppelter Auflösung gegenüber der definierten Anzeigegrösse vorliegen.

MarsEdit 4 - Media Manager
MarsEdit 4 – Media Manager

Nachdem der Inhalt verfasst, alle Metadaten festgelegt und Bilder hinzugefügt wurden, kann der Beitrag in einer Vorschau betrachtet werden. Hierbei bietet MarsEdit 4 die praktische Möglichkeit, für die Vorschau das Thema eures Blogs zu verwenden. Sobald ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid, kann der Beitrag veröffentlicht werden. Alternativ kann der Inhalt auch als lokaler Entwurf gespeichert werden, um ihn später zu vervollständigen.

Durch die Auswahl in der Listenansicht lassen sich bereits erfasste Beiträge nachbearbeiten. Im geöffneten Editor kann der Inhalt mit allen Optionen, die bei der Verfassung eines neuen Beitrags verfügbar sind, bearbeitet werden.

Erweiterte Einstellungen

In meinem Test funktionierte die Anbindung an WordPress durch automatische Erkennung der Parameter einwandfrei. MarsEdit 4 bietet aber auch erweiterte Optionen an, die sich neben der Blog-Anbindung auch dem Verhalten des Editors widmen. So kann beispielsweise festgelegt werden, ob die Anwendung eine Warnung anzeigen soll, bevor ein Beitrag ohne Inhalt, Titel oder Kategorie veröffentlicht wird. Praktische Funktion für den Fall, dass die Schaltfläche „Sent to Blog“ versehentlich oder zu voreilig betätigt wird. Darüber hinaus lassen sich einige Editor-Optionen konfigurieren. Dazu zählen unter andrem die Schriftarten, Farben sowie Editiermodus.

MarsEdit 4 - Einstellungen
MarsEdit 4 – Einstellungen

Fazit zu MarsEdit 4

Bei der Wahl zwischen einer Desktop-Anwendung und webbasierten Plattform bei gleichem Funktionsumfang setze ich auf meinem Mac auf die erste Variante. Nicht nur aufgrund der deutlich besseren Leistung, sondern auch aufgrund der auf macOS ausgelegten Eigenschaften und Funktionen. MarsEdit zählte bereits mit den Vorgängerversionen zu den populärsten Anwendungen für die Verfassung von Blog-Beiträgen. Die aktuelle Version punktet vor allem durch den erweiterten Funktionsumfang sowie lokal griffbereiten Blog-Archiv.

MarsEdit 4 kann im Mac App Store und direkt bei dem Entwicklerteam Red Sweater Software kostenlos heruntergeladen und 14 Tage lang getestet werden. Die Vollversion kann als In-App-Kauf zum Preis von 49.95 US Dollar aktiviert werden. Die neue Version ist für alle, die MarsEdit nach dem 1. Juni 2017 bezogen haben, kostenlos. Benutzer, die die Anwendung früher gekauft haben, erhalten vergünstigte Upgrade-Preise.

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