Das Indie-Gamestudio Okomotive aus Zürich bezeichnet seinen ersten Titel FAR: Lone Sails als ein Fahrzeug-Abenteuerspiel. Die Umschreibung klingt vielleicht etwas seltsam, doch das Spiel glänzt mit einer beeindruckenden Atmosphäre. Liebevoll gezeichnete Kulissen, beruhigende Hintergrundmusik sowie Einsamkeit, die beängstigend schön wirkt.

Spuren einer Zivilisation

In FAR: Lone Sails schlüpft ihr in die Rolle von Lone, der letzten Person auf dieser Welt. Seine einzige Hoffnung ist ein Fahrzeug, welches als eine Mischung aus Segelschiff und Dampflokomotive beschrieben werden kann. Ihr nimmt damit eine Reise auf, die euch durch eine postapokalyptische Umgebung auf den Spuren einer einst blühenden Zivilisation führt.

FAR Lone Sails - Mac Screenshot 1
FAR Lone Sails – Mac Screenshot 1

Der rostige Begleiter

Eure Aufgabe in FAR: Lone Sails besteht darin, euer Gefährt ständig in Bewegung zu halten. Angetrieben wird das grosse Ungetüm durch Treibstoff oder Segel. Die Antriebsart muss dabei zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden, da Kraftstoffvorräte begrenzt sind und das Segel nur im offenen Gebiet funktioniert. Das Fahrzeug setzt zudem behutsamen Umgang voraus, da es ansonsten Schäden davontragen kann. Auch stürmisches Wetter kann dazu führen, dass der rostige Begleiter übel zugerichtet wird. Beispielsweise können einige Fahrzeugbereiche Feuer fangen oder zusammenbrechen. In solchen Situationen helfen Wasserschlauch oder Schweissgerät, die sich im Inneren des Fahrzeugs befinden.

In vielen Spielabschnitten muss das Fahrzeug angehalten werden, um draussen herumliegende Gegenstände einsammeln oder den Weg freimachen zu können. Damit verbunden sind auch Puzzle-Aufgaben, die meistens durch eine logische Folge von Handlungen zu lösen sind und eine willkommene Abwechslung schaffen. Neben der Weiterfahrt wird Lone manchmal auch mit Fahrzeug-Erweiterungen belohnt.

FAR Lone Sails - Mac Screenshot 2
FAR Lone Sails – Mac Screenshot 2

Doch die Reise beinhaltet auch viele Abschnitte, in denen es eigentlich nichts zu tun gibt: unter dem Deck ist alles aufgeräumt, das Fahrzeug wird durch den Wind angetrieben und der Weg frei von Hindernissen. Solche Momente werden zudem mit einer sanften Hintergrundmusik begleitet, die dazu einlädt, einfach die visuell hervorragend gestaltete Umgebung zu geniessen. Mit dem zunehmenden Fortschritt wird die Einsamkeit in der Spielwelt immer deutlicher. Umso grösser wird die Bindung zum Gefährt. Selbst das Verlassen des Fahrzeugs sorgt dann für ein mulmiges Gefühl.

Visuelles Kunstwerk

Die visuelle Umsetzung wirkt auf dem Retina Display wie ein Kunstwerk. Das Entwicklerteam verwendete dabei nur eine begrenzte Farbpalette. Mit verschiedenen Grau-, Rot- und Blautönen schafften sie es, die Umgebung und das Geschehen optimal in Szene zu setzen. Nur Lone hätte ein paar Details mehr vertragen können. Die Spielfigur wirkt teilweise wie ein kleines hüpfendes Dreieck, welches sich in der riesigen Landschaft verirrt hat.

FAR Lone Sails - Mac Screenshot 3
FAR Lone Sails – Mac Screenshot 3

Fazit

Obwohl FAR: Lone Sails nicht mit Abwechslung und Spiellänge punkten kann, hinterliess das Spiel bei mir einen bleibenden Eindruck. Liebevolle Präsentation, hervorragende Hintergrundmusik und die Neugier zu erfahren, was eigentlich mit dieser Welt geschehen ist, fesselten mich vor dem Bildschirm.

FAR: Lone Sails kann auf Steam zu einem Preis von CHF 15.50 bezogen werden.

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