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Die DiRT-Spielserie gehört zu den bekanntesten Rennsimulation. Seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2007 entwickelte Codemasters mittlerweile sechs Titel. Als Feral Interactive die Mac Portierung von DiRT Rally ankündigte, war meine Vorfreude gross. Nicht nur, weil die Windows- sowie Konsolenversionen der Simulation durch die Fachpresse durchwegs gelobt wurden, sondern auch weil das Spiel auf Apples neue Grafik-API Metal 2 aufbaut.

Keine Schonfrist

Als ich DiRT Rally zu spielen begann, war ich schlichtweg nicht schnell genug. Entweder war ich zu vorsichtig oder ich beherrschte meine Boliden noch nicht ausreichend. Jede Bodenwelle auf den schmalen Strecken, jede Kurve in den dichten Wäldern und jeder Rand an den tiefen Abgründen sorgten für vorsichtiges Abtasten des Machbaren. Ich absolvierte die Teilstrecken mit grösseren zeitlichen Rückständen zum Bestplatzierten und landete schlussendlich im besten Fall unter den ersten vier Fahrern. DiRT Rally startet ohne Schonfrist und vermittelt von Beginn an einen realistischen Druck, der mit einer steilen Lernkurve verknüpft ist.

Doch bald begann ich die Grenzen meiner Fahrzeuge sowie die unmittelbaren Situationen besser einzuschätzen. Ich versuchte meine Fahrzeugeinstellungen zu optimieren, um die verschiedenen Streckenverhältnisse besser meistern zu können. Mit der Zeit kam dann auch das gewisse Gefühl, mit dem ich die Kurven aggressiver anfahren, Bremsen seltener beanspruchen und die Spuren idealer halten konnte. Langsam aber sicher konnte ich die Teilstrecken mit der Bestzeit absolvieren und ab da wusste ich, ich bin im „Rennen“.

DiRT Rally macOS Screenshot 1

DiRT Rally macOS Screenshot 1

Über 70 abwechslungsreiche Strecken

DiRT Rally beinhaltet eine Vielzahl an abwechslungsreichen Rennstrecken, angefangen von den schnellen und hügeligen Strassen Finnlands, über die trockenen und flachen Etappen Deutschlands bis hin zu den engen und schwindelerregenden Bergstrecken Griechenlands. Ebenfalls enthalten ist der Pikes Peak Hillclimb-Kurs in Colorado sowie mehrere Rallycross-Events, in denen sich bis zu sechs Wagen gleichzeitig gegeneinander messen. Neben dem Bodenbelag wirken auf den Rennstrecken zusätzlich unterschiedliche Witterungsbedingungen sowie Tageszeiten, die für zusätzliche Herausforderungen sorgen. Als ich mich beispielsweise an den harten Asphalt der Baumholder-Etappen in Deutschland gewöhnte, musste ich die nächste Prüfung auf den schneebedeckten Waldstrecken Värmlands in Schweden absolvieren. War es in Deutschland noch bewölkt, so schien in Schweden die eisige Wintersonne. Je nach Passage schimmerte die Sonne durch die Baumspitzen hindurch und sorgte für ständig abwechselnde Lichtverhältnisse. Mein erstes Nachtrennen bestreitete ich an den mit Schotter bedeckten Strecken in Griechenland. Ich war verblüfft, wie gut dem Entwicklerteam die Wirkung der Scheinwerfer auf die Umgebung gelungen ist. Selbst die Bodenwellen und Schotter warfen durch das anfallende Licht Schatten auf den Strecken.

45 Fahrzeuge aus allen Rennsportepochen

Die Rennsimulationen beherbergt mehr als 45 Fahrzeuge, von den Klassikern der 60er Jahre bis hin zu den aktuellen Wagen. Darunter finden sich unter anderem Peugeot 205 T16 Evo 2 und Lancia Delta S4 aus der „Group B“-Ära des Rallye-Sports. Jedes Fahrzeug weist seine eigenen Eigenschaften auf und beansprucht etwas Zeit, um diese optimal in den Rennen auszureizen. Ich startete mit dem legendären Mini Cooper S, der sich durch sein leichtes Gewicht und Vorderradantrieb sehr gut lenken lässt, jedoch keine hohe Geschwindigkeit erreicht. Trotzdem schaffte ich mit dem Fahrzeug Preisgelder zu gewinnen, um mir später kräftigere Modelle anzueignen.

Die Fahrzeuge können wahlweise aus der Innen- oder Aussenansicht gesteuert werden. Die Karosserien wurden sehr detailliert umgesetzt. Je nach Strecke und Witterungsbedingungen zeigen Schnee, Schlamm oder Staub ihre Wirkung und lassen die anfänglich polierten Boliden mit dem Rennfortschritt blass aussehen. Die Armaturen sehen hingegen etwas grob aus und vermitteln den Eindruck eines Fremdkörpers, der in dem ansonsten grafisch hervorragenden umgesetzten Titel nicht hineinpasst. An der Geräuschkulisse gibt es nichts auszusetzen, im Gegenteil: Die Auspuffrohre sorgen für ein heftiges Klangspiel aus Brummen, Knistern und Knallen. Selbst das Jaulen des Turbos sowie das Geklapper der Karosserie wurden perfekt eingefangen.

DiRT Rally macOS Screenshot 2

DiRT Rally macOS Screenshot 2

Mac Umsetzung

DiRT Rally setzt mindestens macOS 10.13 High Sierra, Intel Core i3 1.8GHz Prozessor, 8 GB Arbeitsspeicher, 48 GB freier Speicherplatz sowie 1 GB Nvidia 650, 2 GB AMD Radeon R9 290M oder 1 GB Intel HD4000 voraus. Auf meinem iMac 5k 27 Zoll mit 3.2 GHz GHz Intel Core i5 Prozessor, 8 GB Arbeitsspeicher und AMD Radeon R9 M390 2 GB Grafikkarte konnte ich die Rennsimulation mit einer Auflösung von 1920 x 1080, zweithöchsten Detailstufe und nahezu 60 Bildern pro Sekunde geniessen. Auch die höchste Detailstufe („Ultra“) vermochte mein Rechnen bei akzeptabler Bildwiederholfrequenz darzustellen, jedoch machten sich neben den Motorgeräuschen auch die Lüfter des iMacs stark bemerkbar.

Fazit zu DiRT Rally

DiRT Rally ist eine knallharte Rennsimulation, die von Beginn an viel verlangt und realistische Bedingungen in den Vordergrund stellt. Genau dies sorgte bei mir für eine Langzeitmotivation und Verbissenheit. Grafische Umsetzung, Streckenvielfalt und das Fahrverhalten sind hervorragend gelungen. Für Genre-Fans absolute Empfehlung.

DiRT Rally kann im Mac App Store zu einem Preis von CHF 31.00 (34.99 Euro) bezogen werden. Die Steam-Versionen beinhaltet zusätzlich plattformübergreifenden Multiplayermodus und wird zu CHF 56.00 angeboten.

  • Flo
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    Autor
    Flo

    Hallo. Danke für den Testbericht. Wie hast du die Simulation gesteuert? Lenkrad? Welches? Ich tu mich da schwer, kompatible Lenkräder für den Mac zu finden.