Zugegeben, vor Jahren verwendete ich für die verschiedenen Konten immer das gleiche Passwort. Damals war mir nicht bewusst, wie schnell dies zu einem negativen Erlebnis führen kann. Mittlerweile verwende ich für jede Webseite und Anwendung spezifische Anmeldeinformationen.

Doch damit war eine andere Herausforderung verknüpft: wie verwalte ich die unzähligen Benutzernamen und Passwörter? Darunter Facebook-, Twitter-, Pinterest-, Instagram-, E-Mail-, Spotify- oder Bank-Konto, um ein paar wenige zu nennen. Das Mac Betriebssystems bietet bereits einige Werkzeuge an, die den Umgang mit Anmeldeinformationen erleichtern. So werden beispielsweise bei Webseiten, die eine Anmeldung voraussetzen, neue Passwörter vorgeschlagen, in der macOS App Schlüsselbund abgespeichert und beim erneuten Besuch automatisch wieder aufgerufen. Ebenfalls können dort Kreditkarteninformationen oder sichere Notizen hinterlegt werden.

Schlüsselbund erfüllt völlig seinen Zweck, doch ist es aus meiner Sicht nicht die benutzerfreundlichste Anwendung. Wer einen besseren Überblick über seine Anmeldeinformationen, höhere Unterstützung im Umgang mit Passwörtern sowie weitere Funktionen benötigt, wird sehr wahrscheinlich zu einem Passwort-Manager greifen müssen.

Zu den populärsten Anwendungen dieser Kategorie gehört 1Password von AgileBits. 1Password bietet einen sicheren und zentralen Ort, um Passwörter und Kontoinformationen zu speichern, neue Passwörter für Webseiten sowie Anwendungen zu generieren und diese aufzurufen und zu übernehmen. Darüber hinaus lassen sich auch Bankkonten, Kreditkarten, Software-Lizenzen, sichere Notizen, Dateianhänge und andere Elemente verwalten. Die kürzlich veröffentlichte Version 7 kommt unter anderem mit einer dunklen Seitenleiste, komplett überarbeiteten Mini-App sowie optimiertem Login für Anwendungen daher.

1Password 7 - Benutzeroberfläche
1Password 7 – Benutzeroberfläche

Sicher wie ein Tresor

Die Anwendung organisiert Passwörter in Tresore, die wie Ordner betrachtet werden können. Jeder Tresor kann mit einem eigenen Passwort versehen und mit anderen Benutzern geteilt werden. Es ist euch überlassen, ob ihr alle Passwörter nur in einem oder in mehrere Tresore verwalten möchtet. In der neusten Version des Passwort-Managers wurde die Darstellung der Tresore auf den Seitenleiste verbessert. Zudem können die Einträge einfacher zwischen den Tresoren verschoben werden.

Die Einträge werden im rechten Bereich der Anwendung erfasst und verwaltet. Ein neuer Eintrag beginnt mit der Festlegung der Konto-Kategorie. 1Password unterscheidet unter anderem Logins, sicheren Notizen, Bankkonten oder Software-Lizenzen. Neben einem eindeutigen Symbol legt die Kategorie auch die klar strukturierten Details fest, die erfasst werden können. Die Anwendung gibt euch jedoch auch Freiraum, um eigene Informationen zu erfassen.

Überarbeitete Mini-Anwendung

Die Mini-Anwendung, die sich in der macOS Menüleiste verbirgt, wurde mit der aktuellen Version komplett überarbeitet. Die App verhält sich dabei ähnlich einfach wie die macOS Spotlight-Suche. Nachdem im Suchfeld die ersten Zeichen erfasst wurden, listet die Anwendung in der Seitenleiste Treffer auf. Die Details eines Eintrags werden im rechten Bereich des kleinen Fensters dargestellt. Von hier aus können die Informationen entnommen, kopiert oder bearbeitet werden.

Die Mini-Anwendung versteht sich zudem mit Browsern. Werden auf Webseiten Passwörter benötigt, so schlägt die App die am ehesten benötigten vor. Ein Klick auf den entsprechenden Eintrag reicht aus, um die Anmeldeinformationen an den Browser zu übermitteln. Mit der neuen App-Integration schlägt die Mini-Anwendung zudem automatisch Logins für die aktuell verwendete App vor.

1Password 7 - Mini
1Password 7 – Mini

Have I Been Pwned?

Bereits einige Versionen zuvor hat AgileBits damit begonnen, Warnungen in 1Password zu integrieren. Mit der aktuellen Version greift die Anwendung neu auf die Datenbank von haveibeenpwned.com des australischen Sicherheitsforschers Troy Hunt zu. Der Dienst prüft, ob Kontodaten womöglich von Webseiten oder sonstigen Quellen entwendet und in Umlauf gebracht wurden. Wird die Warnfunktion aktiviert, so vergleicht 1Password regelmässig die erfassten Kontoinformationen mit der Datenbank von Hunt. Sollte eines der Passwörter gefährdet sein, so blendet die Anwendung eine Warnung ein.

1Password 7 - Watchtower
1Password 7 – Watchtower

Wunderschöne Benutzeroberfläche

Die auffälligste Neuerung in der Version 7 ist die wunderschöne Benutzeroberfläche. Obwohl auch die Vorversion ein gutes Bild machte, schafft es die neue Version mit der dunklen Seitenleiste, überarbeiteten Symbolen und raffinierterer Verwendung von Schriftarten noch besser auszusehen.

Das Entwicklerteam hat für die neue Version des Passwort-Managers eine benutzerdefinierte Version der Courier Prime Schriftart lizenziert. Die Schriftart wird überall dort verwendet, wo ein Passwort angezeigt wird. Aus der Benutzeroptik handelt es sich hierbei um eine Kleinigkeit. Die Neuerung zeigt jedoch auf, dass AgileBits die Benutzeroberfläche mit viel Liebe zum Detail überarbeitet hat.

Fazit

Den Einsatz von Passwort-Managern kann ich jedem empfehlen. Ich nutze seit Jahren 1Password. Die Anwendung begeisterte mich bereits damals mit der einfachen Handhabung und klaren Struktur. Mit der neusten Version bringt das Entwicklerteam AgileBits nicht nur eine wunderschöne Benutzeroberfläche, sondern auch eine noch effizientere Bedienung und höhere Sicherheit.

1Password 7 kann im Mac App Store bezogen und über In-App Kauf ab 2.99 US Dollar pro Monat aktiviert werden. Ebenfalls verfügbar sind Abos für Familien, Teams und den geschäftlichen Bereich sowie Versionen für iOS, Windows und Android Geräte. Eine Standalone-Version ist nur über die Webseite der Entwickler zu einem Preis von 64.99 US Dollar erhältlich.

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